Sonntag, 2. November 2014

Ulm - Münster und irgendwas mit Fischen...


Als Schnitzeljagd für Erwachsene könnte man die Suche nach vergangenen Fotomotiven durchaus bezeichnen :-)
Dieses Mal war ich in Ulm. Die Rückreise aus dem Rhein-Main-Gebiet nutzend, schnell noch in Ulm gehalten.
Und o.k., das erste Bild ist zugegebeneremaßen einfach.
 
im Ulmer Münster - Innenaufnahme - ca. 1920-1940

im Ulmer Münster - Innenaufnahme - ca. 1920-1940im Ulmer Münster - Innenaufnahme - 2014

im Ulmer Münster - Innenaufnahme - ca. 1920-1940 - Detailim Ulmer Münster - Innenaufnahme - 2014 - Detail

Freundlicherweise hat jemand den Ort auf dem Schutzumschlag vermerkt. Das ist bei alten Glasplatten doch eher selten, wird mich aber irgendwann auch noch zum Freisinger Dom führen. 
Zudem muss ich gestehen, mir war nicht bekannt, dass der Turm des Ulmer Münster mit 161,53 Metern als der höchste Kirchenturm der Welt geführt wird.
Ein durchaus imposantes Gebäude.

Ulmer Münster - 2014 - Außenaufnahme

Also weiter, Brunnen suchen. Leider stand auf diesen Platten kein Hinweis und die Bilder stammen auch aus einer anderen Schachtel. Von daher war Ulm zunächst alles andere als klar.

Ulmer Marktplatz um 1920-1940 - Wirtschaft zum Fischkasten

Und so fängt es dann an. Schuh Keller und Foto Pfeiffer googeln ist lustig aber selten hilfreich. Also die Wirtschaft zum Fisch?????? Oh man, was für Buchstaben... Vielleicht Fischkasten? Cool, Fischkastenbrunnen in Ulm.


Und schon tauchen die ersten Bilder von diesem Brunnen hier auf.
 
Fischkasten- oder Syrlinbrunnen am Ulmer Marktplatz - 1920-1940

Der Syrlin-Brunnen, bzw. eben Fischkastenbrunnen, der seinen Namen offenbar bekam, weil die Fischer ihn an Markttagen zur Aufbewahrung von Lebendfisch verwendeten. Entstanden 1482, mitten in der Bauzeit des Ulmer Münster... Wenn da mal nicht Stein über war :-) 
Am Rathaus wird gerade gebaut und da Sonntag war, konnte ich leider nicht in das Gebäude des alten Wirtshauses, aus dessen Fenster das Foto seinerzeit vermutlich geschossen wurde.
 
Fischkasten- oder Syrlinbrunnen mit Ulmer Rathhaus- 2014

Fischkasten- oder Syrlinbrunnen am Ulmer Marktplatz - 2014Ulmer Marktplatz - 2014






Der zweite Brunnen - der Delphinbrunnen - wollte irgendwie nicht richtig ins Bild passen, oder besser die Häuser im Hintergrund wollten sich nicht mit dem Brunnen zum Originalbild verbinden.

Delphinbrunnen Ulm am Münsterplatz - 2014Delphinbrunnen Ulm am Münsterplatz - 2014

Keine der Ansichten wollte so recht passen und erst auf dem Weg zum Fischkastenbrunnen wurde mir dann auch klar warum. Der Brunnen stand früher schlicht an einer anderen Stelle. Mit dem Rathaus im Blick ergab sich plötzlich ein stimmiges Bild.


Delphinbrunnen am Ulmer Taubenplatz - 1930-1940Delphinbrunnen am Ulmer Taubenplatz - 1920-1940 - Detailaufnahme

Bei genauerer Betrachtung des Fotos fallen neben dem Auto im Hintergrund noch zwei Fahnen auf. Ich würde sagen die linke ist eine Hakenkreuzflagge. Und damit wäre das Foto nach dem 07.03.1933 entstanden. --> Material 1 auf der Seite.
Im Zuge der Neugestaltung der Bereiche rund um das Rathaus ist der Delphinbrunnen dann irgendwann an seinen heutigen Standplatz am Münster umgezogen.

Im Karton mit den Brunnenbildern waren noch folgende Herrschaften abgebildet. Ich könnte allerdings wirklich nicht sagen ob dieses Haus in Ulm steht oder sonstwo in der Welt.

Eine Frau und ein Mann auf einem Balkon - Fotoplatte - nach 1940(?)

Dazu noch ein Schutzumschlag der eher auf München deutet...
Wer weiß wo die beiden wohl wohnten. 


Und zu guter Letzt noch ein Geburtstagsgruß in die Runde. (Geburtstage mit 4ern sind ja derzeit recht beliebt ;-)
Und vielleicht gehört der Kleine ja zu den beiden auf dem schicken Balkon. In jedem Fall hat er seine "Strumpfhose" schon ordentlich beansprucht.


4 jähriger Junge um 1930-1950 - Geburtstagskuchen mit vier Kerzen

Soviel zu Ulm und den Fischbrunnen. Dann also bis demnächst...

Viele Grüße
Peter



Sonntag, 5. Oktober 2014

Ich baue mir eine Ritterrüstung - oder: Kunstgewerbe aus alten Tagen

Heute beginne ich eine neue Serie mit Bildern aus einen Nachlass, den ich im vergangengen Jahr in München ersteigert habe. Die Platten und Negative stammen wohl aus verschiedenen Quellen, die der Großvater einst zusammentrug.

Die ersten Bilder zeigen einen Schmied beim Anfertigen einer Ritterrüstung. 
Ob er Waffenschmied war oder eher Kunstschmied, wie ein Schild in seiner Werkstatt vermuten lässt, wer weiß? :-)


Eine durchaus beeindruckende Rüstung...

Also zunächst grob vorzeichnen und dann sauber aussschneiden...

  Schmied beim Anfertigen einer Ritterrüstung - um 1920-1930Schmied beim Anfertigen einer Ritterrüstung - um 1920-1930 

Ich nehme an, er hat ein bisschen länger daran gedengelt.
 
 Schmied beim Anfertigen einer Ritterrüstung - um 1920-1930Schmied beim Anfertigen einer Ritterrüstung - um 1920-1930 

Hier noch ein klein wenig...


Passt, jetzt die Waffen...

Schmied beim Anfertigen einer Ritterrüstung - um 1920-1930Schmied beim Anfertigen einer Ritterrüstung - um 1920-1930


Tja, Hellebarden zeichnet man nicht jeden Tag...
 

an der Esse - Schmied beim Anfertigen einer Ritterrüstung - um 1920-1930an der Esse - Schmied beim Anfertigen einer Ritterrüstung - um 1920-1930

 an der Esse - Schmied beim Anfertigen einer Ritterrüstung - um 1920-1930Schmied beim Anfertigen einer Ritterrüstung - um 1920-1930

Das Schwert sieht irgendwie eher nach Show aus denn nach einer mittelalterlichen Waffe, aber o.k.

Und jetzt noch die letzte Anprobe :-) 


Schmied beim Anfertigen einer Ritterrüstung - um 1920-1930

Mal sehen ob ich zufällig mal über die Rüstung stolpere. Vielleicht steht sie ja noch in einem der Münchner Museen. Ich habe da so eine Idee :-)

Wie auch immer, einstweilen viele Grüße und eine schöne Zeit

Peter

Nachtrag:

Ein einem anderen Fotokarton fand sich noch eine Fotoplatte aus der Serie... :-)

Schmied beim Anfertigen einer Ritterrüstung - um 1920-1930



 

Montag, 8. September 2014

Das Gustav-Adolf-Denkmal auf dem Hesselberg

Wer Dinge sucht, die als das Internet erfunden wurde bereits nicht mehr existierten, sieht früher oder später die Grenzen von Google im Dunkel aufglimmen. So erging es mir mit der Gedenksäule, derern Standort sich einfach nicht ermitteln lassen wollte. Ich hatte schon im April eine längere Online-Recherche hinter mir und irgendwie wollte sich einfach kein Hinweis auf Gustav-Adolf, Friedrich Wilhelm III. und die Gedenksäule finden lassen.




Gustav-Adolf-Denkmal auf dem Hesselberg - vor 1932

Aber dank Unterstützung aus der "Offline-Welt" ließ sich das Foto doch noch sein Geheimnis entreißen.
Ohne (Katis ;-) Dirk hätte ich nicht noch einmal die Spur Alte Veste in Zirndorf verfolgt. Ohne Christian vermutlich nicht an das Städtische Museum Zirndorf geschrieben. Wäre nicht an die Museumsleiterin Frau Finweg geraten, diese wiederum hätte nicht einen -in Vorbereitung auf eine Gustav-Adolf-Ausstellung befindlichen- Kollegen in Lützen angeschrieben, der entsprechend nie das Bild erhalten hätte, welches ihn an das alte Denkmal am Hesselberg erinnerte. (Was wiederum zur vermuteten Heimat von Herrn Meierhöfer im Landkreis Ansbach passt.) Und der Hinweis Hesselberg war letztlich der entscheidende.
Jetzt finden sich aber auch mit der Zusatzinformation: Denkmal+Hesselberg keine passenden Bilder im Netz. 
Also ging die Schnitzeljagd zunächst weiter...
Der Touristikverband Hesselberg e.V. betreibt die Homepage hesselberg.de, die wiederum enthält eine Unterseite zur Geschichte des Bergs. Zusammengetragen von einem Hans Spatz aus Ehingen. Dieser betreibt laut einem Artikel aus dem April 2014 ein "kleines" Heimatmuseum in Ehingen und auf der Unterseite über der Hesselberg fand ich endlich ein kleines Foto des Denkmals.

Da war es also, dass alte Gustav-Adolf-Denkmal auf dem Hesselberg. Nur warum gab es dazu im Netz nur dieses eine Foto?
Laut einem Bericht auf der Homepage der Stadt Wassertrüdingen schleiften die Nationalsozialisten das Denkmal im Jahre 1936.
Also habe ich Herrn Spatz angemailt und er bestätigte mir das es sich um ein Foto des Gustav-Adolf-Denkmals auf dem Hesselberg handelt.
Das Ende meiner Suche...

Zudem hat er mir einige weiterführende Informationen zur Geschichte rund um das Denkmal und den Hesselberg zukommen lassen. (Ganz klassisch, per Post :-)
Mit diesen Informationen ausgestattet schrieb ich die Stadt Wassertrüdering an, die mir, in Person von Herrn Schubert und Herrn Rothgang, eine CD mit gescannten alten Bildern und Zeitungsartikeln zuschickten.
Plötzlich hatte das Foto des Herrn Meierhöfer seinen Platz in der Geschichte zurück...

Daher an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die zahlreichen Menschen, die mich bei dieser Suche unterstütz haben. Danke.

Jetzt aber weiter zum Hesselberg :-)