Montag, 16. Mai 2016

Von Gars am Inn bis Verdun - Teil 1

In einer Schachtel mit Glasnegativen mit den Maßen von ca. 7x10x2,5 cm hätten sich ca. 10-15 Glasnegative befunden. Verwendet man wie hier geschehen, die in den 1930ern modernen, Kunstoffnegative, so passen schon gut 150 Stück in solch eine Schachtel. Digitalisiert, nachbearbeitet und mit einigen Detailvergrößerungen versehen sind daraus rund 190 Bilder entstanden, die jetzt nach und nach wieder zurück ans Tageslicht gelangen sollen.

Schachtel für Agfa Brovira Foto-Papier - vor 1945 

Um Ordnung bzw. einen roten Faden in die Bilder zu bekommen nehme ich diese junge Dame als Ankerpunkt.


Foto einer jungen Frau - 1930-1950

Sie taucht über die Jahre immer wieder auf und lebte seinerzeit mit ihrer Familie offenbar auf einem Bauernhof oberhalb von Gars am Inn.


Foto einer jungen Frau - oberhalb von Gars am Inn - 1930-1950

Da ich die Negative zusammen mit einigen Glasplatten aus dem Chiemgau auf einem Flohmarkt erstanden habe ging ich davon aus, auch diese Negative wären im Chiemgau entstanden.

Detail - Foto einer jungen Frau - oberhalb von Gars am Inn - 1930-1950Detail - Foto einer jungen Frau - oberhalb von Gars am Inn - 1930-1950 

Erst bei der Nachberabeitung fiel mir die Kirche am linken Bildrand ins Auge. Und auch wenn die Berge am Horizont auf dem Negativ nicht/kaum zu erkennen sind, für das Chiemgau sind sie zu weit weg...
Die Klosterirche von Gars hingegen spielte ja erst im letzten Post die Hauptrolle und die Türme haben durchaus einen gewissen Wiedererkennungswert. Entsprechend schnell war dann auch diese Brücke über den Inn als Innbrücke Königswart identifiziert.


Innbrücke Königswart im Winter von einer Anhöhe aus - 1930-1950Detail - Innbrücke Königswart im Winter von einer Anhöhe aus - 1930-1950

Sie liegt nur einige Kilometer innaufwärts und ich denke, dass ein oder andere Fotomotiv werde ich bei meinem nächsten Besuch in der Gegend noch zuordnen können...

Aber zurück zur jungen Dame und ihrer Familie. Die Negative bilden meiner Meinung nach die Zeit von ca. 1930-1935 bis ca. 1945/46 ab. Denn zwischen dem ersten Foto oben und diesen beiden hier liegt doch das ein oder andere Jahr.

Foto einer jungen Frau - 1930-1950Foto einer jungen Frau - 1930-1950

Ein großer Teil der Bilder sind Portraits und Gruppenaufnahmen die wohl auch zum überwiegenden Teil in der Gegend entstanden sind.


  Foto von zwei jungen Frauen - 1930-1950Foto von zwei jungen Frauen - 1930-1950 

Foto von zwei jungen Frauen - 1930-1950

Da hätten wir -meiner Meinung nach- eher die große Schwester als die Mutter.
Dann könnten hier die Mutter und die kleinen Geschwister sein.

Foto von Mutter und zwei kleinen Kindern - 1930-1950Foto von großer Schwester und zwei kleinen Kindern - 1930-1950

Damals betraf der "H&M-Einheitslook" der Jugend noch mehrer Jahrgänge und war vermutlich auch eher der Verfügbarkeit größerer Stoffmengen, denn den aktuellen Modetrends, geschuldet. ;-)

Andererseits tauchen in Summe zu viele unterschiedliche Gesichter auf, um die Verwandschaftsverhältnisse ohne weitere Informationen nachzustellen.

vier Frauen an einem Weidezaun - 1930-1950vier Frauen an einem Weidezaun - 1930-1950


Familie vor dem Haus - 1930-1950Familie vor dem Haus - 1930-1950

Also vielleicht doch Vater, Mutter, Tochter und der Opa?


Familie im Garten - 1930-1950

 Aber wer sind dann diese ganzen Leute?


Familienausflug viele Personen - 1930-1950

Familienausflug viele Personen - 1930-1950

Und auch diese beiden sind hin und wieder zu sehen...



Mann vor Scheune - 1930-1950Hühnern vor Scheune - 1930-1950


Junge mit Hühnern vor Scheune - 1930-1950

Onkel, Vater, Bruder, Neffe von? Und/oder vom Nachbarhof? So wie die junge Dame rechts?


Zwei junge Frauen - Beste Freundinnen - 1930-1950


 Oder diese hier...


Foto von junger Frau - 1930-1950Foto von junger Frau - 1930-1950


Beste Freundinnen für immer? - Aber was wird dann mit diesen feschen Burschen hier ? :-)

Foto von jungem Burschen vor Wand - 1930-1950Foto von jungem Burschen vor Wand - 1930-1950Foto von jungem Burschen vor Wand - 1930-1950

Damit haben wir dann den Großteil der Leute zusammen, die so über die Jahre den Hof und die Umgebung bevölkerten und dabei dem Photographen vor die Linse geraten sind.
Im zweiten Teil sind dann die unterschiedlichen Aktivitäten der Protagonisten dran. Und aus Ernteeinsatz, Holz holen im Winter und Hausbau wird über die Jahre zunächst ein Einsatz beim Reichsarbietsdienst in Wolnzach und später tauchen auch die ersten Wehrmachtsuniformen auf...
Aber dazu in den kommenden Tagen.

Für heute endet der Post mit einer chillenden Katze :-)


Katze auf Tisch beim Chillen - 1930-1950


Eine schöne Zeit und viele Grüße

Peter aka h3px

Sonntag, 13. März 2016

Kloster Gars

Immer noch im Bildmaterial aus dem Chiemgau der 1930/40er. Heute ca. 50 km innabwärts, in Gars am Inn.

Kloster Gars am Inn - 1930/40 und 2016 - Bild in Bild

Im Bild das Redemptoristen Kloster Gars am Inn aufgenommen von einem Hang oberhalb des Klosters. Damals wie heute... Leider ist der Hang oberhalb der Oberen Weinleite heute deutlich stärker bewaldet. Daher konnte ich nicht von dem Ort aus fotografieren, an dem der Fotograf damals stand. Es sind einfach ein paar Bäume zuviel im Weg um irgendwas erkennen zu können. :-)
Entsprechend ist mein Bild ein paar Meter tiefer am Hang entstanden.

Kloster Gars am Inn - 1920/1940 - vom Hang über dem Kloster aus fotografiert Kloster Gars am Inn - 2016 - vom Hang über dem Kloster aus fotografiert

Schaut man sich die Geschichte von Gars genauer an, war dieser Markt mal richtig wichtig. Man kann sich gut vorstellen, dass die Innschifffahrt einst einen großer Bedeutung für den Ort hatte. Heute ist es eher ein kleines Städchen, knapp eine Autostunde von München entfernt.
Aber das Kloster ist noch da und nicht zuletzt wegen dem Klostercafe werde ich im Sommer noch mal in die Gegend fahren. Die Ecke dort ist recht hübsch und birgt sicher noch die ein oder andere (touristische) Überraschung...


Kloster Gars am Inn - 1920/1940 - Detail - Im Hintergrund Thal und Gars Bahnhof

So sieht man im Bildhintergrund noch zwei "Orte" auf der anderen Innseite. Gars-Bahnhof. An der Bahnlinie Rosenheim-Mühldorf am Inn, die vor fast genau 140 Jahren am 01.Mai 1876 eingeweiht wurde.
Und Gars-Thal. Eine Ansiedlung die schon über 1000 Jahre alt ist und einer Kirche, deren Alter ebenfalls nicht genau bekannt ist, deren Geschichte aber mindestens bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht... Und es gibt bei Youtube ein Video vom Geläut der Glocken, die offenbar auch schon ein klein wenige älter sind. Es gibt wirklich die verrücktesten Dinge im Netz. Nicht zuletzt ja auch (m)einen Blog über alte Fotoplatten :-)
Die Bilder hier stammen im Übrigen schon von einem Kunststoffnegativ. Und was auf den ersten Blick wie ein paar wenigen Fotos aussah, entpuppte sich als Sammlung von über 100 Negativen. Es gibt also noch einiges zu entdecken...

Also bis demnächst...

Viele Grüße
Peter

Montag, 29. Februar 2016

Diapositive, Schloss Hohenaschau, Paul Hey und ''Maria auf der Kette''

Wir sind immer noch im Chiemgau und die aktuelle Schachtel enthält wieder eine bunte Mischung unterschiedlichster Bilder.
Dieser Ausschnitt zeigt das Schloss Hohenaschau in Richtung Scheibenwand.


Schloss Hohenauschau Richtung Scheibenwand - 1920-1940 - Detail aus einem Selfie

Ein klassisches Selfie würde ich sagen :-)



Selfie mit Schloss Hohenauschau im Hintergrund - Richtung Scheibenwand - 1920-1940 - DetailSelfie mit Schloss Hohenauschau im Hintergrund - Richtung Scheibenwand - 1920-1940

Hier eine ähnliche Ansicht von Schloss Hohenaschau.
Vermutlich sind die weiteren Bilder auch in der Gegend aufgenommen worden, allerdings habe ich die Formationen im Hintergrund nicht eindeutig zuordnen können. Aber ich bin sicher demnächst wieder in der Gegend und werde die Augen offenhalten :-)


Vermutlich Chiemgau mit Blick Richtung Alpen - 1920-1940



Vermutlich Chiemgau mit Blick Richtung Alpen - 1920-1940

Das letzte Bild ist im Gegensatz zu vielen anderen hier im Blog ein Diapositiv.
Wenn man es weiß, kann man es auch schon auf der Schachtel lesen :-)

Schachtel für Glasnegative - Münchener Kraco-Platte - Beschriftet mit Diapositive

Wer Lust hat kann ja mal selber übersetzen... -> hier eine Buchstabentabelle. 

Und wo heute jederzeit eine Kopie mit dem Smartphone erstellt werden kann, war der Aufwand für eine Kopie früher ungleich höher.
Ich habe keine Ahnung, welches Buch hier abfotografiert wurde, aber der Fotograf wird sich etwas dabei gedacht haben. Soviel zum Thema Copyright in den 1930ern... Und auch diese Platten lagen alle als Diapositiv in der Schachtel.

 


Auch eine der Kopien ist ein Bild von Paul Hey. Es gibt wohl einige Bilder und Zeichnungen von ihm im Netz...

Foto-Kopie einer Bildes von Paul Hey


Foto-Kopie einer Bildes von Paul Hey - Detail der Signatur

Dieses hier habe ich bisher nicht wiedergefunden, und ich habe einige Archive durchstöbert. --> 1 / 2 / 3

Bleiben noch ein unbekanntes Haus und eine Katze im Fenster.

Ein Haus im Chiemgau(?) - 1920-1940Eine Katze am Fenster - 1920-1940
 

Und eine Kapelle im Wald...


Kapelle ''Maria auf der Kette'' in Aschau - 1920-1940Kapelle ''Maria auf der Kette'' in Aschau - 1920-1940 - Detail
 
Zwischen Aschau-Hammerbach und Aschau-Bach befindet sich die gesuchte Kapelle ''Maria auf der Kette''.  Die Geschichte rund um diese Kapelle wurde z.B. hier niedergeschrieben. --> derchiemgauer.de/...
Wieder eine der Geschichten, von der ich ohne die alten Glasnegative vermutlich nie erfahren hätte.
Und damit stehen wohl ein paar der Orte fest, die beim nächsten Ausflug ins Chiemgau in jedem Fall besucht werden sollten :-)
Soviel zu dieser Schachtel "Diapositive".

Viele Grüße
Peter