Sonntag, 2. Februar 2014

Eine weitere Zeitreise - Wolframs-Eschenbach - Meierhöfer 02

Ungefähr vor einem Jahr fiel mir die Kiste mit Glasnegativen eines gewissen Herrn Meierhöfer in die Hände. Zur Walhalla und nach Regensburg durfen wir ihn schon begleiten. Heute habe ich die übrigen Kistchen mit 6,5×9er Platten digitalisiert und schon bei der Nachbearbeitung sind mir einige Stadtansichten aufgefallen.


Wolframs-Eschenbach,  Deutschordensschloss, Alte Vogtei, 192*



Wolframs-Eschenbach,  Deutschordensschloss, Alte Vogtei, 192*


Wolframs-Eschenbach von Südwesten 1920-1930

Und wieder die Frage, wo könnte das sein?
Geholfen hat mir dieses Mal der Umweg über den Friedhof.


  

In einem zweiten Kistchen fand sich diese Aufnahme. Leonhard Hartnagel findet sich im Netz z.B. auf den Seiten des Vereins für Computergenealogie e. V. Demnach gab es mindestens einen Leonhard Hartnagel in Ansbach/Mittelfranken.

Der Rest ist dann Google :-)

Ergo sind wir wohl in Wolframs-Eschenbach, der Stadt des Parzivaldichters Wolfram von Eschenbach...  :-)

Sehr cool ist auch das Foto vom oberen Torturm. Allerdings scheint mir die Uhrzeit (4:40 Uhr) nicht so recht zum Sonnenstand und damit zum Schattenwurf zu passen. Vielleicht läßt sich ja noch herausfinden wann die Uhr in den 20ern mal kaputt war.

Wolframs-Eschenbach, oberer Torturm, 1920-1930

Der Briefkasten ist im Laufe der Jahre mal umgezogen, Aber sonst hat sich gar nicht soviel verändert.

Dann fanden sich noch ein paar Fotos aus der näheren Umgebung. Zumindest sieht es auf den ersten und zweiten Blick so aus.
Edit:
Tja, so täuscht man sich. Wie weitere Recherchen ergeben haben, handelt es sich bei fünf der sechs Aufnahmen unten um Aufnahmen von
Rothenburg ob der Tauber.  Aber dazu in den nächsten Tagen mehr.
 



in der Nähe von Wolframs-Eschenbach ?, 1920-1930Rothenburg ob der Tauber - 1920-1930 
Rothenburg ob der Tauber - 1920-1930
Rothenburg ob der Tauber - 1920-1930
 Leider ist die Auflösung der Bildplatten nicht fein genug um die Schilder lesen zu können. Schade eigentlich :-)

in der Nähe von Wolframs-Eschenbach ?, 1920-1930

Ob dieses Bild auch aus der Serie stammt, vermag ich nicht zu sagen. Aber wer weiß, vielleicht finde ich die Kirche im Hintergrund ja auch noch...

Aber so spannend die Geschichte rund um Wolframs-Eschenbach auch ist, die beiden hier sind wohl das Highlight aus dem Päckchen  :-)

zwei Kinder mit Osterkörbchen - 1920-1930

Sieht aus als wären die beiden beim Ostereiersammeln recht erfolgreich gewesen.

In diesem Sinne viele Grüße und bis die Tage

Dienstag, 3. Dezember 2013

Intermezzo IV - Rembrandt Harmenszoon van Rijn

Endlich mal wieder ein bisschen Zeit den alten Zeiten nachzuhängen...
Heute mit einem Zufallsfund vom diesjährigen Flohmarkt in Wasserburg. Gut versteckt zwischen allerlei antiker Ware :-)
Aber eine solche Schachtel, zudem mit der Aufschrift "Rembrandt", die schau ich mir doch genauer an. 
Ich glaube es ist wie beim Pilzesammeln. Nach einer gewissen Zeit sieht man auch die Pilze, an denen man zu Beginn einfach vorbeigelaufen ist.

Schachtel mit Glasnegativen - Aufschrift: Rembrandt - Box 8 - 15 Platten

Wie auch immer, die Schachtel scheint aus Ungarn zu stammen, da "doboz" Box bedeutet und "lemez" Platte. Sprich 15 Platten in Box 8.
Gefunden habe ich diverse Fotos von einigen Rembrandt-Radierungen. Vermutlich eine Ausstellung in irgendeinem Museum, nur wann und wo?
Nun, ich habe nach wie vor keine Ahnung wann und wo, aber ich habe bei der Recherche nach den Radierungen zumindest eine Menge spannende Seiten zum Künstler gefunden...
Wikipedia ist immer eine Reise wert. --> wikipedia - Rembrandt_van_Rijn  
...einer der bedeutendsten und bekanntesten niederländischen Künstler des Barock... --> Goldenes Zeitalter und so.
In der alten Pinakotek in München hängen ein paar seiner Bilder. Unter anderem ein Jugendliches Selbstbildnis von 1629. :-)

Kommen wir zurück zu den Radierungen und beginnen mit Johannes Lutma, einem Silberschmied aus jener Zeit.

Foto der Radierung - Johannes Lutma - 1656 -  von Rembrandt van Rijn

Im Laufe der Recherche habe ich eine Seite gefunden, auf der alle Radierungen aus der Schachtel mit Name und Entstehungsjahr aufgeführt sind. --> rembrandtpainting.net
Die Links unter den Bildern gehen direkt auf die Seite mit einer Großaufnahme der Radierung. Es finden sich doch immer mal Unterschiede in den Abzügen, bzw. den Aufnahmen davon. Hier also Johannes Lutma - 1656.


Dann wäre da noch Abraham Franz (Francen) - 1656.
Foto der Radierung - Abraham Franz (Francen) -  1656 -  von Rembrandt van Rijn

Auf dieser Aufnahme sieht man links einige Details, die auf den Bildern von rembrandtpainting.net nicht zu sehen sind. 

Foto der Radierung - Jan Cornelis Sylvius - Oval Portrait  - 1646 -  von Rembrandt van Rijn
Jan Cornelis Sylvius - Oval Portrait  - 1646
Leider habe ich keine Übersetzung der Zeilen gefunden,  aber vielleicht findet sich
das in einem der vielen Bücher rund um den Meister. Da werde ich beim nächsten Mal in der Bücherei wohl einige der Werke durchgehen müssen.

Foto der Radierung - Three Beggars at the Door of a House - 1648 -  von Rembrandt van Rijn
Three Beggars at the Door of a House - 1648

Foto der Radierung - The Rat Killer - 1632 -  von Rembrandt van Rijn
The Rat Killer - 1632
Ob Rattenfänger seinerzeit ein einträglicher Job war? Zumindest ging einem vermutlich die Arbeit nie aus.

Foto der Radierung - Abraham's Sacrifice - 1655 -  von Rembrandt van Rijn
 Abraham's Sacrifice (Abrahams Opfer) - 1655

Foto der Radierung - Rembrandt Leaning on a Stone Sill - 1639 -  von Rembrandt van Rijn
Rembrandt Leaning on a Stone Sill - 1639
Ich habe ja keine Idee, woran man erkennt, dass Rembrandt auf einer Steinbank lehnt. Nun denn.

Foto der Radierung - The Three Trees - 1643 -  von Rembrandt van Rijn
The Three Trees - 1643
Diese Radierung scheint irgendwie etwas besonderes zu sein --> Jahrbuch der Berliner Museen 31. Bd., 1989

Foto der Radierung - Rembrandt Drawing - 1648 -  von Rembrandt van Rijn
 Rembrandt Drawing - 1648

Foto der Radierung - Rembrandt's Mill - 1641 -  von Rembrandt van Rijn
 Rembrandt's Mill - 1641


Foto der Radierung - Rembrandt with his Wife - 1636 -  von Rembrandt van Rijn
 Rembrandt with his Wife - 1636

 Foto der Radierung - Jesus Preaching; called the 'La Tombe' - 1652 -  von Rembrandt van Rijn
Jesus Preaching called the 'La Tombe' - 1652

Spannend was die Meister vor über 350 Jahren so in die Metallplatte geritzt haben.

Und wenn man bedenkt was hier in den letzten 350 Jahren so in der Region passiert ist, ist es doch sehr erstaunlich das ~ 300 der Radierungen und sogar 80 der Platten die Zeit überlebt haben.
Und vielleicht finde ich ja noch heraus wo und wann die Bilder entstanden sind. 

In jedem Fall ist es einfach verrückt, was in einer kleinen Schachtel mit alten Fotos für Überraschungen warten...

Viele Grüße


Sonntag, 13. Oktober 2013

Intermezzo III - Ein Ausflug nach Speyer

Nicht nur auf Flohmärkten, auch bei ebay finden sich immer wieder Glasnegative. Aber meist sind es nur einige Glasplatten oder ein einzelner Karton mit ein paar wenigen Platten. Da ist es natürlich schwierig eine Herkunft oder den Ort der Aufnahmen zu ermitteln. 
Aber deswegen muss man sie natürlich nicht einfach wegwerfen...

Pyramiden Glasplatten - Verpackung
Pyramiden Glasplatten - VerpackungPyramiden Glasplatten - Verpackung

Wobei diese Kiste wäre vermutlich bald in den Müll gewandert. 
Aber glücklicherweise fand sich noch jemand, der die Bilder bei ebay eingestellt hat.

Mutter und Tochter? 1920-1930

Wäre doch schade um diese Familienfoto gewesen :-)


Kinder beim Spielen im Zimmer 1920-1930
 
Oder diese Jungs, die hier offensichtlich mit einem Metallbaukasten spielen.
Im Hintergrund ist im vermutlich ein Märklin Transformator No. 13474A zu sehen.
Es gab also offensichtlich Strom im Haus. Zudem sind die Bauteile wohl erst in den 1920ern auf den Markt gekommen.



Die übrigen Bilder sind möglicherweise aus der gleichen Serie, allerdings habe ich dazu keine weitere Idee.
Auf dem letzten Bild sieht man allerdings recht schön, was passiert, wenn die Glasplatten nicht unter optimalen Bedingungen gelagerten werden.


Nun denn, zurück zur Überschrift. Ein paar Bilder waren ja noch im Kistchen.


Maximilianstraße Speyer - 1920-1930 - Dom Speyer

Maximilianstraße Speyer - 1920-1930 - Dom Speyer

Ich muss gestehen, ich habe zu Begin der Rechereche nicht erwartet die Stadt herauszufinden. Außer dem Schirmgeschäft "Petersen" glaubte ich noch den "Goldenen Adler" erkennen zu können. Geholfen hat mir das allerdings nicht :-)

Maximilianstraße Speyer - 1920-1930 - Dom Speyer - VergrößerungMaximilianstraße Speyer - 1920-1930 - Dom Speyer - Vergrößerung

Große Kirchen gibt es viele, doch nach einer guten Stunde bei Google & Flickr hatte ich ihn gefunden... den Dom zu Speyer. 
Die letzten Sicherheit fand sich auf einer Postkarte aus der Zeit.
Allerdings habe ich keine Idee, wofür die komischen Konstruktionen auf den Dächern links oben verwendet wurden. 
Vielleicht die Stromversorgung der Maximilianstraße. Aber sie sind auf der Postkarten an den gleichen Stellen wie in den Bildern.
Zusammen mit dem Dom würde ich sagen; "Da hat wohl mal jemand in den 1920ern die Maximilianstraße in Speyer besucht".
Ein Familienausflug an einem besonderen Tag? Die vielen Fahnen lassen es vermuten. Vielleicht hat ja irgendjemand eine Idee dazu.

Bleibt zu guter Letzt noch ein Bauernhaus aus dieser Zeit.

Bauernhaus 1920-1930 - Gegend um Speyer?


Und im Netz gibt es ja wirklich zu allem Möglichen eine Seite. So auch ein Bauernhofarchiv. 
Ich finde es sieht nach Schwarzwald aus. Eindeutig ;-) Und der steht bestimmt immer noch. 

Viele Grüße